Michael N. Ebertz knüpft an die Ausführungen von Herbers an, indem er die dort vorgestellten historischen Pilgerformen und -motive systematisch typologisiert und mit dem zeitgenössischen Pilgern vergleicht. Zentrale Unterschiede sieht er in einer Säkularisierung, Individualisierung, Informalisierung und Entprivilegisierung der modernen Pilgerschaft. Die Sozialfigur des »neuen Pilgers« ist für den Autor weniger von Frömmigkeit und Religiosität als vielmehr von Spiritualität sowie von einer Erfahrungs- und Sinnsuche geprägt. Der moderne Pilger könne mithin durchaus als eine Metapher für die postmoderne, zur Spiritualität transformierte Religiosität verstanden werden.