Um das moderne Pilgertum zu verstehen, ist es unerlässlich, auch die Historie des Pilgerns in den Blick zu nehmen. Klaus Herbers stellt daher im zweiten Teil des vorliegenden Bandes die Vielfalt mittelalterlicher Pilgerformen und -motive vor. Er unterscheidet dabei zwischen der Suche nach Leib- und Seelenheil, dem Ablass-, dem Dank- und Bitt-, dem Buß- und Straf- sowie dem Delegationspilgern. Seinen Beitrag beginnt der Autor mit einer historischen Reflexion des Pilgerbegriffs, welcher sich im Laufe seiner geschichtlichen Entwicklung mehr und mehr auf das Pilgern zu heiligen Stätten bezieht. Der lateinische Begriff ›peregrinus‹ bezeichnet zunächst den Fremden. Wie die Fremde von Pilgern wahrgenommen wurde, wird anhand spätmittelalterlicher Pilgerführer aufgezeigt. Diese werden mit einem aufschlussreichen Blick in Reise- und Pilgerberichte kontrastiert.